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25.09.2009
„Homing“ als aktuelles Lebenskonzept - Spielen als wiederentdeckte Freizeitbeschäftigung
Unter „Homing“ wird die neue Lebensart beschrieben, welche das eigene Zuhause zum sozialen Lebensmittelpunkt werden lässt. Anders als beim „Cocooning“ der 80er und 90er Jahre wird das „Homing“ jedoch nicht durch das Einigeln dominiert, sondern richtet sein Augenmerk verstärkt auf die Pflege der sozialen Kontakte und das Wohlfühlen in den heimischen vier Wänden. Ein Ende des „Homing“-Trends ist derzeit noch nicht abzusehen. Glaubt man den Fachleuten, hat der Rückzug in das traute Heim gerade erst begonnen.

Beweggründe für das Praktizieren des „Homings“ können ganz unterschiedlich sein und reichen - angesichts einer immer komplexer werdenden Außenwelt – von dem Wunsch nach einem „sicheren“ Rückzugsort bis hin zu finanziellen Aspekten. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – die vor allem die Familien treffen – richtet sich das Bedürfnis nach innen. Denn der Mensch macht es sich vor dem Hintergrund global-wirtschaftlicher Gewitterstimmung gerne mit der Familie und Freunden zu Hause gemütlich, frei nach dem Motto „Daheim ist es doch am schönsten“.

Das eigene Zuhause bietet Identität und rückt damit in den Mittelpunkt der sozialen Aktivitäten: Heimkino statt Multiplex, gemeinsames Kochen statt Restaurantbesuch und der Spieleabend statt einer durchgefeierten Nacht.

Das neue Lebensgefühl bringt Familien vermehrt wieder an einen Tisch und lässt sie als Freizeitbeschäftigung das gemeinsame Spielen wiederentdecken, denn sobald ein Spiel auf dem Tisch liegt, kehren Geselligkeit, Kommunikation und Gemütlichkeit ein. Der Alltag wird ausgeblendet, während man mit Familie oder Freunden das Zuhause in eine andere Welt verwandelt.

„Ganz gleich, ob Klassiker wie UNO und Scrabble, Strategiespiele wie Blokus oder Quizspiele wie Bezzerwizzer auf den Spieltisch kommen, der regelmäßige Spieleabend ist nicht nur ein herrliches Ritual, sondern ein Erlebnis für alle Teilnehmer“, bestätigt Dr. Stephanie Wegener, Leitung Öffentlichkeitsarbeit Mattel. Ihr Appell an alle lautet deshalb: „Spiel mal wieder!“



Hintergrundinformation: Durch Spiele(n) Lernen, vor allem aber Fördern

Ein Spieleabend kann bekanntlich viel mehr, als nur Spaß machen: Spielen fördert die Entwicklung von Kindern und stärkt zugleich das Familien- bzw. Gruppenverhalten. Erste bildliche Aufzeichnungen der Menschheit zeigen, dass das Spielen als Mittel des Lernens von je her eine Rolle gespielt hat ebenso wie der gemeinschaftliche Aspekt.

Die heutigen Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Erwachsenen sind stark geprägt von elektronischen Kanälen – seien es Computerspiele oder einfach nur das Fernsehen. Dabei werden wichtige Lerneigenschaften vernachlässigt, wie Ausdauer, Durchsetzungsvermögen, Kommunikation oder logisches Denkvermögen. „Spielen in der Familien und im Freundeskreis stärkt das Miteinander, fördert die Kommunikation und macht vor allem unendlich viel Spaß“, so Udo Schmitz, Spiel- und Familienpädagoge des Felsenweg Instituts der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie.

Vor allem Kinder profitieren von der handlungsbezogenen Struktur von Spielen. Da sie, anders als Erwachsene, noch nicht abstrakt und systematisch lernen, sondern ihr Wissen in Alltagszusammenhängen erlernen, bietet Spielen eine ideale Möglichkeit, um wichtige Erfahrungen für ihre Entwicklung zu sammeln.

Durch Spielen werden die Begriffsbildung, das logische Denken und das bildnerische Gestalten von Kindern gefördert. Sinneswahrnehmungen wie Hören, Tasten, Farben, Formen und Größen erkennen, werden im Spiel geschult, und auch das Sprachvermögen wird angeregt. Die Kids erfahren auf diese Weise, dass es interessant ist genau hinzuschauen, zu vergleichen und Erfahrungen noch einmal zu überprüfen.

„Beim Spielen lernen Kinder wichtige Bestandteile des alltäglichen Lebens. Zudem werden Frustrationstoleranz und Kooperationsfähigkeit gefördert“, merkt Cordula Dernbach, Medienpädagogin und Familientherapeutin aus dem Bayrischen Aschaffenburg aus ihrer Praxis an. Somit kommt keiner beispielsweise bei einer UNO-Runde an Farben und Zahlen vorbei oder könnte SCRABBLE spielen, ohne dabei seinen Wortschatz zu erweitern. Ob bei einem einfachen Kartenspiel oder einem komplexen Brettspiel: Zug um Zug und Runde um Runde werden Konzentration, das logische Denkvermögen und auch das Selbstvertrauen gefördert.

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